a n n a t e

the art of inner wellness

wer schmetterlinge lachen hört,

 der weiß, wie wolken schmecken. der wird im mondschein, ungestört

von furcht, die nacht entdecken.

 der wird zur pflanze, wenn er will, zum stier,  zum narr,  zum weisen,                              und kann in einer stunde durchs ganze Weltall reisen.

 der weiß, dass er nichts weiß, wie alle andern auch nichts wissen                                     nur weiß er, was die andern und auch er selbst noch lernen müssen

 wer in sich fremde ufer spürt und mut hat sich zu recken,                                                      der wird allmählich ungestört von furcht sich selbst entdecken

 abwärts zu den gipfeln seiner selbst blickt er hinauf,                                                                den kampf mit seiner unterwelt nimmt er gelassen auf

 wer schmetterlinge lachen hört der weiß wie wolken schmecken                                               der wird im mondschein ungestört von furcht die nacht entdecken

 wer mit sich selbst in frieden lebt, der wird genauso sterben                                                und ist selbst dann lebendiger als alle seine erben,,,,           songtext Novalis

 

 das märchen von der geschenkten zeit

...es waren einmal 3 königstöchter. von der ältesten sagten die leute: "wie klug"sie ist!" Von der zweiten meinten sie voller bewunderung: "seht, wie fleißig sie ist!" Wenn sie aber von der dritten sprachen, hellten sich ihre gesichter auf: "sie ist so freundlich und kann so wunderbar lachen!"                                                                                                                    Es ist an der zeit, meine lieben töchter", sagte eines tages die königliche mutter, "dass ihr das haus verlasst und die welt kennen lernt". Einer jeden legte sie eine kunstvoll gewirkte tasche über die schulter, die war prall gefüllt. "Das ist eure wegzehrung. ich habe jeder von euch einen großen Anteil meiner zeit geschenkt. geht sorgsam damit um. Mehr davon kann ich euch nicht geben.                                                                                               Der abschied war herzlich und dann ging jede ihres weges. Die erste, die kluge, war noch nicht weit gegangen, da hatte sie schon eine große berechnung angestellt, wie sie ihre zeit möglichst gewinnbringend anlegen könnte. "Gönn uns ein kleines bisschen von deiner zeit." Wisperten die blumen am wegrand. "Wo denkt ihr hin!" sagte die kluge. "Zeit ist geld und das wirft man nicht einfach auf die straße." Und eilte davon als hätte sie schon keine zeit mehr.                                                                                                                             Die zweite, die fleißige, hatte schon bald eine beschäftigung entdeckt und arbeitete hastig, denn sie wollte die zeit ausnutzen. Da rollte ihr ein roter ball zwischen die füße und ein kind rannte herbei und fragte: "spielst du mit mir?" "Jetzt nicht," sagte die fleißige, "ich habe keine zeit. Ich muß heute schon die arbeit von morgen machen!" "Spielst du dann morgen mit mir?" "Es geht nicht, da mach ich schon die arbeit von übermorgen!" "Und dann, hast du dann zeit?" "Vielleicht, wenn mir nichts dazwischen kommt. aber jetzt nimm deinen ball. stiel mir nicht die zeit!" Da ging das kind und wartete auf übermorgen.                                                                                                                        Die dritte tochter aber kam nicht weit, nur bis zu einer bank am ententeich. Da saßen ein paar alte leute und schwiegen sich an, denn sie hatten sich schon alles erzählt und etwas neues fiel ihnen nicht mehr ein. "Hast du ein bisschen zeit? Komm setz dich zu uns!" "Aber sicher", sagte die königstochter mit einem lachenden gesicht. "Ich habe viel zeit geschenkt bekommen. Davon kann ich euch doch abgeben." Sie langte in ihre tasche und fragte die alten leute nach ihrem leben und sie erzählten ihr viel und als sie sich endlich von ihr verabschiedet hatte, hörte sie sie von weitem noch lachen, denn es war ihnen so viel eingefallen, was sie beinahe schon vergessen hatten.                                   "Nach einem jahr", hatte die mutter gesagt"  kommt ihr noch einmal zurück und erzählt wie es euch ergangen ist."                                                                                                                        Als dieses jahr herum war, schickte die älteste ein teures blumengebinde mit einem gruß daran: Liebe eltern! Habt dank, aber ich kann euch jetzt nicht besuchen, es wäre unklug. der weite weg zu euch würde mich zu viel zeit kosten.                                                Die zweite kam in allerhöchster eile und sie erzählte von der vielen arbeit, die nun liegen bleiben mußte und war im herzen schon wieder abgereist ehe sie angekommen war.                                                                                                                                                                  Die dritte aber kam etwas zu spät, denn sie hatte unterwegs blumen gepflückt, die sie der mutter mitbringen wollte. "Hast du denn soviel zeit übrig?" fragte die mutter. "Aber sicher", sagte die tochter, Du hattest mir ja gar nicht verraten, dass die tasche sich immer wieder füllt! Je mehr zeit ich verschenkt habe, desto mehr fand ich darin."          "Du bist die einzige" sagte die mutter lächelnd, "die das geheimnis der geschenkten zeit erfahren hat."